In der langen Trockenphase dieses Frühsommers blühte bei uns der Mohn tiefrot, fast blutrot. Nach den kühlen und verregneten Juilitagen wirken seine Blüten am Feldrand blass und sehr vergänglich. Mohnblüten sind in der Ukraine ein starkes Symbol.
Regen steht in den Sandalen. Eine Frau hat sie im Herzberger Luch abgelegt und ist verschwunden. Ich denke unwillkürlich an das Gedicht von Viktoria Hawryk, das ich am 28. Juni hier im Blog zugänglich machte. Und an ihre Deutung des Begriffes "barfuß". An ein Vertrauen zum Grund, den man ohne Schuhe betritt. Auch im folgenden Gedicht geht es um tröstliches Vertrauen.
Ein kleines Gelegenheitsgedicht zu allerhand Insekten, die zum Teil meine Horrorgestalten sind. Meistens finde ich sie nicht besonders nützlich.
In bedrückenden Zeiten im Traum Wegweiser für die nächsten Schritte finden - gibt es das?
In der FB-Gruppe "Gesamtukrainische Poetische Familie" fand dazu kürzlich ein spannender Literaturwettbewerb statt.
Kennt Ihr das auch, dieses Nachtgespenst, das Euch in ein Karussell immer wiederkehrender Gedanken zwingt und nicht schlafen lässt?
Auf, wie ich finde, erschütternde Weise bearbeitet Junna Schulga den Themenkreis zudringlicher Nachtgedanken.
Durchs offene Fenster höre am Schreibtisch diese Tage die Nachtigall im Flieder singen und begreife: Frühling macht mich glücklich.
Zwei Gedichte aus Charkiw, im Frühling 2025 verfasst, lassen mich nicht mehr los.
Gedichte · 30. April 2025
Nein, keine Sorge! Ich denke nicht ans Sterben. Oder doch. Aber nicht aus konkretem Anlass. Das folgende Gedicht entstand, als unsere liebe Hündin Nellie deutlich auf ihren letzten Weg zuging. Ich halte es für eines meiner besten Gedichte.
Zur Buchmesse nach Leipzig wäre ich auch gern gefahren. Doch mein Buch, vielmehr das Buch zahlreicher ukrainischer Autorinnen und Autoren und ihrer von mir ins Deutsche übertragenen Gedichte, ist derzeit noch in Vorbereitung. Während eine Zerrung am Fuß mich zwingt, Ruhe zu halten, habe ich dennoch Gelegenheit, mich mit Autorinnen auszutauschen und entdecke dabei ein Gedicht, das mich sehr anspricht.
Im versinkenden Herzberger Abendrot lässt sich vor der Kirchhofmauer ganz gut über Frieden nachdenken. "Er ist unser Friede", steht da über dem Tor. Kann ein Herz Frieden finden, wenn in den Familien in seinem Umkreis ringsum gefallene Söhne zu betrauern sind?
Manchmal ist es nicht verkehrt, sich ein Thema zu setzen und das Verfassen von Versen zu üben. Warum nicht auch einmal zum Welttag der Poesie?
Anbei findet Ihr das Ergebnis des heutigen Vormittages. Aber: Ein Gedicht muss immer lange in Arbeit bleiben ...